Kurz gesagt: Die Perimenopause ist die Übergangszeit vor der letzten Regelblutung. Sie beginnt bei vielen Frauen zwischen Anfang und Mitte vierzig und zieht sich über mehrere Jahre. Das Auffällige in dieser Phase ist nicht, dass Hormone weniger werden – sondern dass sie schwanken.
Perimenopause, Menopause, Postmenopause: die Begriffe
Im Alltag heißt alles „Wechseljahre“. Medizinisch werden drei Abschnitte unterschieden.
- Perimenopause – die Jahre vor der letzten Regelblutung, in denen der Zyklus unregelmäßig wird, plus das erste Jahr danach.
- Menopause – die letzte Regelblutung selbst. Sie lässt sich erst rückblickend bestimmen, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr aufgetreten ist. In Deutschland liegt sie im Mittel um das 51. Lebensjahr.
- Postmenopause – die Zeit danach.
Wichtig ist vor allem der erste Abschnitt. Er dauert am längsten und wird am häufigsten übersehen, weil die Blutung ja noch da ist.
Warum die Beschwerden so unterschiedlich ausfallen
In der Perimenopause sinkt meist zuerst das Progesteron. Das Östrogen fällt dagegen selten gleichmäßig ab, es schwankt – mal deutlich niedriger, mal höher als in den Jahren zuvor. Diese Schwankung erklärt, warum sich Beschwerden von Monat zu Monat verändern können und warum zwei Frauen im gleichen Alter ganz verschiedene Erfahrungen machen.
Dazu kommt: Hormone wirken nicht nur auf den Zyklus. Passende Rezeptoren finden sich unter anderem im Gehirn, in den Gefäßen, in Haut, Schleimhäuten und Knochen. Deshalb reicht das Spektrum der Veränderungen weit über die Regelblutung hinaus.
Veränderungen, die häufig genannt werden
Zyklus
Kürzere Abstände, ausbleibende Blutungen, stärkere oder schwächere Blutungen, oft im Wechsel. Ein unregelmäßiger Zyklus ist in dieser Phase das häufigste erste Zeichen.
Schlaf
Einschlafen geht, Durchschlafen nicht. Viele Frauen berichten von Wachphasen in den frühen Morgenstunden. Nächtliches Schwitzen kann dazukommen, muss aber nicht.
Stimmung und Belastbarkeit
Innere Unruhe, Reizbarkeit, weniger Puffer bei Stress. Das ist keine Charakterfrage und kein Zeichen von Schwäche.
Hitzewallungen
Sie gelten als das typische Symptom, treten aber längst nicht bei allen Frauen auf. Und sie sagen nichts darüber aus, wie weit die Umstellung fortgeschritten ist.
Körper
Gelenkbeschwerden, trockene Haut und Schleimhäute, dünneres Haar, Veränderungen der Körperzusammensetzung bei unveränderten Gewohnheiten.
Was Laborwerte leisten – und was nicht
Die Einordnung erfolgt in dieser Phase vor allem über Ihre Beschwerden und Ihren Zyklusverlauf, nicht über einen einzelnen Wert. Weil die Hormone schwanken, kann derselbe Parameter an zwei Tagen unterschiedlich ausfallen. Labordiagnostik bleibt trotzdem sinnvoll: Sie hilft, andere Ursachen abzugrenzen – etwa die Schilddrüse oder einen Eisenmangel – und ergänzt das Bild.
Wann ein Termin sinnvoll ist
Es gibt keine Schwelle, ab der Beschwerden „schlimm genug“ sind. Ein Gespräch lohnt sich, wenn Sie sich über längere Zeit nicht wie sich selbst fühlen, wenn der Schlaf leidet oder wenn Sie einfach wissen möchten, wo Sie gerade stehen.
Ärztlich abklären lassen sollten Sie Blutungen, die ungewöhnlich stark sind, sehr lange anhalten oder nach einer längeren Pause erneut auftreten.
Mein Weg in dieser Phase
Ich arbeite nicht mit Hormonersatztherapie und nicht mit bioidentischen Hormonen. Mein Ansatz setzt an anderer Stelle an: bei Lebensstil und Ernährung, bei Mikronährstoffen und Pflanzenstoffen, bei Akupunktur und TCM.
Für manche Frauen ist eine Hormontherapie der richtige Weg. Dann sind Sie in einer gynäkologischen Praxis besser aufgehoben. Wenn Sie Ihre Beschwerden ohne Hormonersatz angehen möchten, sind Sie hier richtig.
Häufige Fragen
Ab wann beginnt die Perimenopause?
Bei den meisten Frauen zwischen 40 und 45, bei manchen früher. Ein genaues Datum gibt es nicht – der Beginn zeigt sich am veränderten Zyklus.
Wie lange dauert sie?
In der Regel mehrere Jahre. Vier bis acht Jahre sind ein häufig genannter Rahmen, die Spanne ist individuell groß.
Kann ich in der Perimenopause noch schwanger werden?
Ja. Solange Blutungen auftreten, ist eine Schwangerschaft möglich, auch bei unregelmäßigem Zyklus.
Wenn Sie Ihre Situation einordnen möchten: Schreiben Sie mir oder rufen Sie an. Termine vergebe ich nach Vereinbarung.