Hormonsprechstunde · Göttingen

Perimenopause und Wechseljahre

Die Perimenopause ist die Übergangszeit vor der letzten Regelblutung. Sie beginnt bei vielen Frauen Anfang vierzig und zieht sich über mehrere Jahre. Die Beschwerden entstehen dabei weniger durch einen Mangel als durch die starken Schwankungen von Progesteron und Östrogen.

Ich bin Stephanie Hartdegen, Ärztin in Göttingen. Auf dieser Seite finden Sie, was in dieser Phase im Körper passiert, welche Beschwerden dazugehören — und wie ich in meiner Praxis damit arbeite.

Eine Frau mit kurzen Haaren sitzt mit einer Tasse in der Hand am Fenster und wirkt nachdenklich. Sie trägt ein helles Langarmshirt, und hinter ihr fällt sanftes Licht durch die durchsichtigen Vorhänge – ihr nachdenklicher Blick lässt vermuten, dass sie vielleicht über hormonelle Beschwerden in Göttingen und die damit verbundenen Herausforderungen nachdenkt.

Einordnung

Wann die Wechseljahre beginnen

Die Wechseljahre sind kein Zeitpunkt, sondern eine Phase. Sie gliedert sich in drei Abschnitte.

Perimenopause. Die Jahre, in denen der Zyklus unregelmäßig wird und die Beschwerden beginnen. Bei vielen Frauen fängt sie Anfang vierzig an und dauert mehrere Jahre.

Menopause. Die letzte Regelblutung. Sie lässt sich erst rückblickend bestimmen, nämlich dann, wenn zwölf Monate lang keine Blutung mehr stattgefunden hat. In Deutschland liegt sie im Mittel bei etwa 51 Jahren.

Postmenopause. Die Zeit danach. Die Hormonschwankungen hören auf, viele Beschwerden lassen nach, andere bleiben.

Die unruhigste Zeit ist meist nicht die Menopause selbst, sondern die Jahre davor. Was in diesen Jahren passiert, habe ich im Beitrag Perimenopause: Was in den Jahren vor den Wechseljahren passiert ausführlicher beschrieben.

Beschwerden

Woran Sie die Perimenopause merken

Kaum eine Frau hat alle diese Beschwerden, und fast keine hat gar keine. Die Zusammenstellung ist bei jeder anders.

Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Sie kommen ohne äußeren Anlass, dauern meist wenige Minuten und lassen sich schlecht vorhersagen. Nachts stören sie zusätzlich den Schlaf. Auslöser wie Alkohol, Koffein, scharfes Essen und Stress lassen sich oft im Alltag eingrenzen.

Schlafstörungen

Typischer als das erschwerte Einschlafen ist das Aufwachen in den frühen Morgenstunden. Dahinter steckt häufig der sinkende Progesteronspiegel, manchmal auch nächtliches Schwitzen. Schlaf ist der Punkt, an dem sich am schnellsten etwas verbessern lässt.

Erschöpfung und Antriebslosigkeit

Eine Müdigkeit, die sich durch Schlaf nicht auflöst. Sie hat selten nur eine Ursache: schlechter Schlaf, Eisenmangel durch starke Blutungen, die Schilddrüse, Dauerbelastung. Genau deshalb gehört sie abgeklärt und nicht abgetan.

Stimmung, Reizbarkeit, Konzentration

Die Stimmung schwankt öfter und schneller als früher, die Zündschnur ist kürzer, Wörter fehlen mitten im Satz. Das ist keine beginnende Demenz und kein Charakterfehler, sondern eine bekannte Begleiterscheinung der hormonellen Umstellung.

Der Zyklus verändert sich

Kürzere Abstände, dann längere, stärkere oder schwächere Blutungen, Zwischenblutungen. Meist ist das Teil der Umstellung. Es gibt aber Blutungsmuster, die ärztlich abgeklärt gehören.

Gewicht und Muskulatur

Das Gewicht verschiebt sich zur Körpermitte, obwohl sich am Essen nichts geändert hat. Gleichzeitig nimmt die Muskelmasse ab dem vierten Lebensjahrzehnt deutlich ab. Beides hängt zusammen und ist der Grund, warum Krafttraining in dieser Phase mehr bringt als Kalorienzählen.

Trockene Schleimhäute und Gelenke

Trockenheit an Augen, Mund und im Intimbereich, dazu Gelenk- und Muskelschmerzen ohne erkennbare Ursache. Beides wird selten mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht und deshalb oft lange mitgeschleppt.

Frau mit kurzen Haaren liest bei Tageslicht auf einem Ledersofa.

Der Hintergrund

Was hormonell dahintersteckt

In der Perimenopause reift nicht mehr in jedem Zyklus eine Eizelle heran. Wo kein Eisprung stattfindet, wird auch kein Gelbkörper gebildet — und damit sinkt zuerst das Progesteron. Das Östrogen fällt nicht gleichmäßig ab, sondern schwankt oft noch stark, mit Spitzen und Einbrüchen im selben Zyklus.

Dieses Ungleichgewicht erklärt, warum die Beschwerden so wechselhaft sind: mal wochenlang Ruhe, dann wieder Tage, an denen alles gleichzeitig kippt. Erst später im Verlauf sinkt auch das Östrogen dauerhaft.

Diagnostik

Was sich messen lässt

Ein einzelner Hormonwert ist in der Perimenopause eine Momentaufnahme. Die Werte schwanken innerhalb weniger Tage erheblich, und ein Wert allein sagt deshalb wenig darüber aus, wo Sie gerade stehen.

Aussagekräftig wird es in der Zusammenschau: Ihr Beschwerdebild, der Verlauf Ihres Zyklus, eine Hormonbestimmung aus dem Speichel und — wo es sinnvoll ist — ein Basislabor. Was davon in Ihrem Fall gebraucht wird, entscheiden wir gemeinsam beim ersten Termin. Den vollständigen Ablauf finden Sie unter Behandlungsablauf.

Mein Weg

Wie ich behandle

Lebensstil und Ernährung

Schlaf, Ernährung, Essrhythmus, Krafttraining, Erholung. Das klingt unspektakulär und ist in dieser Phase der wirksamste Hebel, den es gibt. Wir schauen uns Ihren Alltag an und suchen die zwei, drei Stellschrauben, die bei Ihnen wirklich etwas ändern — nicht zwanzig auf einmal. Worauf es beim Essen ankommt, steht im Beitrag Ernährung in der Perimenopause.

Mikronährstoffe und Pflanzenstoffe

Wo ein Mangel belegt ist, wird gezielt aufgefüllt. Pflanzenstoffe setze ich dort ein, wo sie zu Ihren Beschwerden passen, abgestimmt auf das, was Sie sonst einnehmen.

Akupunktur und TCM

Ich behandle mit Akupunktur, meist über eine Serie von Sitzungen. Sie eignet sich besonders bei Schlafproblemen, innerer Unruhe und Hitzewallungen. Wie eine Sitzung abläuft und wie viele üblich sind, steht auf der Seite Akupunktur.

Wir fangen nicht mit allem gleichzeitig an. Wer alles auf einmal ändert, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat — und überfordert sich schnell. Das macht Stress, und genau den gilt es in dieser Phase zu minimieren.

Frau schreibt am Fenster in ihren Terminkalender, eine Tasse in der Hand.

Meine Haltung

Was ich nicht anbiete

Ich arbeite nicht mit Hormonersatztherapie und nicht mit bioidentischen Hormonen. Das ist keine Ablehnung des Verfahrens — es ist etabliert und für viele Frauen die richtige Entscheidung. Wenn Sie diesen Weg gehen möchten, sind Sie in einer gynäkologischen Praxis besser aufgehoben.

Welche Möglichkeiten es ohne Hormone gibt, habe ich im Beitrag Wechseljahre ohne Hormone zusammengestellt.

Ein helles, modernes Wohnzimmer mit orangefarbenen und weißen Sesseln, einem runden Couchtisch aus Holz, Topfpflanzen und großen Fenstern, die natürliches Licht hereinlassen.

Praxis und Termine

Wie ein Termin bei mir abläuft

Für den ersten Termin nehme ich mir 75 Minuten Zeit. Wir sprechen ausführlich über Ihre Beschwerden, Ihren Zyklus und Ihren Alltag, und planen gemeinsam, was als Erstes sinnvoll ist. Den vollständigen Ablauf und die Angaben zu den Kosten finden Sie unter Behandlungsablauf.

Meine Praxis befindet sich in der Planckstraße 23 in Göttingen. Termine vergebe ich nach Vereinbarung, derzeit montags, donnerstags und freitags.

Häufige Fragen

Was Frauen mich am häufigsten fragen

Ab wann beginnen die Wechseljahre?

Die Perimenopause beginnt bei vielen Frauen Anfang vierzig. Die letzte Regelblutung liegt in Deutschland im Mittel bei etwa 51 Jahren. Zwischen beidem liegen mehrere Jahre.

Woran erkenne ich, dass es die Wechseljahre sind und nicht etwas anderes?

Sicher unterscheiden lässt sich das nicht am Beschwerdebild allein. Erschöpfung, Herzklopfen und Stimmungstiefs können auch von der Schilddrüse, von Eisenmangel oder von einer Blutarmut kommen. Ein Basislabor klärt das.

Muss ich für eine Behandlung Hormone nehmen?

Nein. Ich arbeite ohne Hormonersatztherapie, über Lebensstil und Ernährung, Mikronährstoffe und Pflanzenstoffe sowie Akupunktur.

Wie lange dauert es, bis sich etwas bessert?

Das ist sehr unterschiedlich. Manche Frauen merken nach wenigen Wochen eine Veränderung, bei anderen dauert es länger. Entscheidend sind Ihre Ausgangssituation und die Art der Beschwerden.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten?

Meine Praxis ist eine reine Privatpraxis. Der Ersttermin kostet 145 €, Folgetermine 85 €. Das sind die Preise für Selbstzahlerinnen, also für gesetzlich Versicherte. Bei privat Versicherten rechne ich alle erbrachten Leistungen einzeln ab, dadurch liegt der Betrag etwas höher. Alle erhalten eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Erfahrungsgemäß wird fast alles erstattet. Gesetzlich Versicherte tragen die Kosten in der Regel selbst.

Kann ich auch kommen, wenn ich noch regelmäßig meine Tage habe?

Ja. Die Perimenopause beginnt Jahre vor der letzten Blutung, oft bei noch regelmäßigem Zyklus. Je früher wir anfangen, desto mehr lässt sich in Ruhe planen, stabilisieren und aufbauen.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, hat das meistens einen Grund.